Gennaio 2022

Guido Sengle 

Guido Sengle  
Recent & other works

14.01 – 19.03.2022

Erster Ausstellungs Tag  Freitag 14.01.2022  14  – 18 Uhr 
First Day of the Exhibition  Friday 14.01.2022  2 – 6 pm



ÜBER DAS WERK:
Aus der Konzentration folgt die Fülle: Ein scheinbar überschaubares Repertoire von Rotationskörpern legt den Grundstein für das vielseitige, unaufdringliche doch erhabene Werk von Guido Sengle. Die Begegnung mit seinen Arbeiten ist eine Einladung zum Verweilen und Entdecken. Die Vorstellung von Perfektion zieht den Betrachter in Ihren Bann. So nähert sich das Auge dem Objekt an, wandert die Silhouette entlang, taucht in die Tiefe der Glasur und verliert sich schließlich im Labyrinth des Craquelés. Was zuvor perfekt erschien, vollendet, aber statisch, offenbart sich als lebendig in einem konstanten Zustand des Werdens. Ein fast meditativer Prozess, der den Betrachter wieder mit dem Ringen des Schöpfers verbindet, dem Ringen mit der Umsetzung der Idee, um einen Ausdruck, um Präzisierung der Gestalt. 
 
Viele der Gefäße wurden über Jahre und Jahrzehnte hinweg verändert - durch Einfärben des Craquelés im kohlenstoffreichen Rauchbrand, durch Wiedererwärmen der Gefäße und durch das Aufbringen von Eiswürfeln auf die heiße Glasur, um spezifische Rissmuster zu erzeugen, durch den Einsatz von Säure, um den Glanz der Glasur durch einen satinierten Schimmer zu bereichern, oder in extremen Fällen durch das Abtragen der Glasur mit Hammer und Meißel, um erneut mit der Glasierung zu beginnen. Ein intensiver Schaffensprozess, an dessen Ende nur wenige Gefäße stehen. Somit ist jede einzelne Arbeit eine Manifestation des Bemühens „(etwas) zu werden“, sie sind Zeugnisse einer Könnerschaft die Zeit und Energie als Tribut einfordert. Ein bereitwilliger Tribut von einem Schöpfer, der die Sinnhaftigkeit seines Werkes erfahren hat. In der Begegnung mit dem Auge des Betrachters übermittelt das Werk von Guido Sengle die Erfahrung der Geduld im Schöpferischen und berührt durch die handwerkliche Meisterschaft.
Kurt Bille, Berlin



ABOUT THE WORK:
Less is more: the seemingly limited repertoire of gyratory bodies forms the basis for the versatile and unassuming, yet noble body of work by Guido Sengle. Encountering his work is an invitation to linger and discover. The display of perfection transfixes the observer, drawing him closer to the object. 
The eye travels along the silhouette, becomes immersed in the depth of the glaze and finally gets lost in the labyrinth of craquelé. What appeared before to be perfect and complete, but in a way static, reveals itself as vibrant and in a constant state of becoming. This is an almost meditative process which connects the observer anew with the struggle of the creator – the struggle with translating the idea, finding an expression or with clarifying the form. 

Many of the vessels have been altered over the years and decades – by colouring the craquelé in a carbon-rich smoke firing, by reheating the vessels and applying ice-cubes to the hot glaze in order to induce specific patterns of cracks, by using acid to enrich the shiny glaze with a satiny sheen or in extreme cases by removing the glaze with hammer and chisel so as to begin afresh with the glazing. At the end of this creative process only few vessels remain. Hence every individual work is a manifestation of the effort “to become (something)”.  
Each is a testimonial to the skills which exact time and energy as their toll, a toll paid willingly by a creator who has got to know the meaningfulness of his work. The work of Guido Sengle conveys to the eye the patience and longanimity practiced in the creative, its artisan mastery moving those who behold it.
Kurt Bille, Berlin