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Johanna Schweizer

Die Kunst Johanna Schweizers gehört nicht zur funktionalen Richtung der Keramik.

Ihre Kästchen, Vasen und Pokale weisen jedoch sehr deutliche Anknüpfungspunkte mit der Gefäßform auf. Und obwohl sie den Eindruck der Funktionalität erwecken, tendiere ihre Entwürfe im Grunde mehr in Richtung keramischer Skulptur, ein Feld, auf dem ihr Interesse sicherlich vordringlich liegt.

Johanna Schweizer verfolgt eine intuitive Praxis, die mit einer Flexibilität hinsichtlich der technischen Aspekte der Keramik einhergeht.

Die Objekte werden von Hand aus Scheiben oder vorgekneteter, grober Schamotte aufgebaut. Sie sind häufig von großem Format, gelegentlich doppelwandig und aus mehreren losen Teilen zusammengesetzt.

In der Oberflächenausführung kommt oft Schweizers Vergangenheit als Grafikerin und Illustratorin zum Tragen.

Lineare Motive, die mit unterschiedlichsten Mitteln angebracht werden, wie etwa Pigment oder auch Porzellan-Streifen, haben in vielen Fällen etwas Narratives, mitunter auch eine eigentümlich schalkhafte Ausstrahlung.

Ihr Werk stützt sich auf ein Fundament aus persönlichen Auffassungen zu Tradition, Ästhetik und Herstellen von Keramik, für die vor allem eine instinktive Affinität zu Ton als Urmaterial für Handwerk und freie bildende Kunst eine Rolle spielt.

Dies, aber auch die Inspirationsquellen ihrer Formensprache in den dekorativen Traditionen nicht-westlicher Kulturen, haben dazu beigetragen, dass das Werk von Johanna Schweizer, das sich fortwährend in Bewegung befindet, zugleich eine eigene Ausdrucksstärke und eine kohärente Sprache von Form und Oberflächenwirkung herausgebildet hat, die sie meiner Überzeugung nach beibehalten wird.

Sonja Herst Breda, NL ,März 1989

Johanna Schweizer auf Artsy

Johanna Schweizer auf Ocula