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Luzia Simons

Blumen sind fotogen, Blüten an sich schon Kunstwerke der Natur. Und erst die Sträuße!
Blumen in allen Farben waren seit jeher die Stars aller Stillleben. Doch so wie Luzia Simons Tulpen als Scanogramme in Szene setzt, das ist jedes Mal wieder neu und wortwörtlich taufrisch.
Brutal einfach scheint die von Simons dafür perfektionierte Methode: Die Tulpen werden Professionell ohne Umweg über die Fotokamera gescannt. erarbeitete Tableaus aus Blüten und Blättern strahlen danach in wechselnden Farben vor dunkel samtigem Hintergrund.
Es geht von Weiß bis Schwarzviolett, quer durchs Rot in allen Schattierungen, über Orange bis zum geflammten Gelb.
Flächen bekommen Tiefe. Die metaphorische Aufladung der Tulpe als Symbol für Eroberung, Erfolg oder Eros ist immens. Die Jahrhunderte alte Geschichte dieser Blume – als Importschlager aus dem Orient, exotische Gartenpretiose und vor allem als legendäres Spekulationsobjekt im 17. Jahrhundert -, das alles sickert nach und nach mit in den Bildraum.
Erst aus der rechten Distanz wird deutlich, dass die Tulpen -Tableaus immer malerischer werden. Obwohl die Hand der Künstlerin dafür
gar nicht den Pinsel, sondern mit altmeisterlicher akkuratesse eine Computermaus führt.

Thea Herold 2012

Luzia Simons auf Artsy

www.luziasimons.de